Schutz vor Trockenheit

09. August 2018

Frage:
Die Staatsregierung will jetzt mit einem „3-Säulen-Konzept zum Schutz Bayerns vor Trockenheit“ dagegenhalten. Wie finden Sie das Konzept? Welche Gegenmaßnahmen fordert die SPD? Sind Einschränkungen oder Verbote für Industrie und Landwirtschaft (oder gar Bürger) zukünftig unvermeidbar?

Antwort:
Das Umweltministerium präsentiert hier kein Konzept der Zukunft, sondern reagiert leider zu spät und zu defensiv auf die verheerende Folge des Klimawandels:

Die Zeit der unkontrollierten Grundwasserentnahmen in Gebieten mit niedrigen Grundwasserständen muss vorbei sein. Jede Grundwasserentnahme muss mit Höchstmengen, Wasseruhren und einer regelmäßigen Kontrolle verbunden werden. Die rechtlichen Voraussetzungen für die Entnahme von Grundwasser müssen streng eingehalten werden, ggf. sind Verschärfungen der wasserrechtlichen Entnahmevoraussetzung durch den Landesgesetzgeber vorzunehmen. Der Vorrang der öffentlichen Trinkwasserversorgung und des ökologischen Gleichgewichts im Wasserhaushalt der Region muss absolut gewährleistet sein.

Um eine bessere Kontrolle der Wasserentnahmen und ein gemeinsames Wassermanagement beim Grundwasser möglich zu machen, muss die Gründung von genossenschaftlichen oder öffentlich-rechtlichen bzw. kommunalen Wasserentnahme- und Wassernutzungsverbänden vorangetrieben werden. Nachdem in Bayern Wasserverbände nur für das Oberflächenwasser rechtlich geregelt sind, muss ggf. eine Änderung des Bayerischen Wassergesetzes erfolgen.

Die Entnahme von Grundwasser bzw. die Nutzung von beschafftem Wasser könnte an den Einsatz wassersparender Techniken bei der Bewirtschaftung geknüpft werden. Sofern der Wasserrückgang es erfordert, sind über konkrete Anreize die Umstellung auf weniger Wasser erfordernde Kulturen auf den Weg zu bringen.

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