Massiver Anstieg bei Wildunfallzahlen: Seit 2006 rund 65 Prozent mehr Wildunfälle mit Kfz in Mittelfranken

26. Juli 2017

Wie dem Landtagsabgeordneten Harry Scheuenstuhl (SPD), in einer Antwort auf seine Schriftliche Anfrage nun mitgeteilt wurde, ereigneten sich im letzten Jahr mittelfrankenweit 7.831 Wildunfälle mit Kraftfahrzeugen. Dies entspricht einer Steigerung von + 65,3 Prozent gegenüber den registrierten Wildunfällen im Jahr 2006 (4.738 Wildunfälle in Mittelfranken). Derr Anteil an allen Verkehrsunfällen in Mittelfranken ist ebenfalls von 10,3 auf 15,2 Prozent gestiegen.

Nahezu alle Wildunfälle ereignen sich in Verbindung mit einem Kraftfahrzeug. Radfahrer sind dabei äußerst selten und Fußgänger nur in Ausnahmefällen beteiligt. Für den Abgeordneten gibt die Situation durchaus Grund zur Sorge: „Die Unfallzahlen sind im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht gesunken, dennoch zeigt der Trend seit 2006 deutlich nach oben. Bayernweit sind die Wildunfälle um 50 Prozent auf 70.314 Unfälle im Jahr 2016 gestiegen.“ Der Abgeordnete fordert daher eine deutliche Korrektur der Abschusspläne: „Die meisten Unfälle ereignen sich mit Rehwild. Zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger muss es zu einer Absenkung solcher Bestände im Umfeld von Unfallhäufungsstellen kommen. Die festgelegten Abschusspläne regeln hier seit Jahren nur unzureichend.“

Daher fordert der Abgeordnete eine Berichtigung der Pläne durch das zuständige Bayerische Landwirtschaftsministerium, welches als oberste Jagdbehörde entsprechenden Einfluss üben kann. „Artikel 32 des Bayerischen Jagdgesetzes regelt die Bejagung. Der Abschussplan ist hierbei für einen Zeitraum von ein bis drei Jahren zahlenmäßig getrennt nach Wildart und Geschlecht vom Revierinhaber aufzustellen und von der Jagdbehörde zu bestätigen oder festzusetzen. Gerade vor dem Hintergrund, dass das Verkehrsaufkommen in den letzten Jahren bayernweit zugenommen hat, müssen geeignete Abhilfemaßnahmen in Form erhöhter Abschusszahlen für Rehe und Hirsche getroffen werden.“, erklärt Scheuenstuhl abschließend.

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