Kostenfreie und hochwertige Kitas: Bayern muss endlich nachziehen

24. September 2018

Ab August gilt nun in mehreren Bundesländern die Gebührenfreiheit - SPD-Politiker Harry Scheuenstuhl: Auch der Freistaat darf Kindern bestmögliche Startchancen nicht länger verwehren

Nach Rheinland-Pfalz haben ab dem 1. August auch Niedersachsen, Hessen und Berlin die Kita-Gebühren weitgehend bzw. vollständig gestrichen, zudem visieren Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern langfristig die kostenfreie Kita an. Dass sich Bayern hingegen weiterhin vehement dagegen sperrt, hält der Wilhermsdorfer SPD-Landtagsabgeordnete Harry Scheuenstuhl für nicht mehr nachvollziehbar: „Ein Land wie Bayern muss den Anspruch haben, allen Kindern den Zugang zu guter Bildung zu ermöglichen. Es ist schier unerträglich, wenn die Teilhabechancen von Kin-dern vom Geldbeutel ihrer Eltern abhängen. Deshalb fordern wir, die Kita – ebenso wie den Schulbesuch – kostenfrei zu stellen!“ Das Argument, man müsse sich zwischen Kostenfreiheit und Qualitätsausbau entscheiden, lässt er nicht gelten: „Beides ist gleichermaßen wichtig, um allen Kindern bestmögliche Chancen zu geben und Familien zu entlasten!“ Erst am Wochenende hatte eine aktuelle Studie des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP) am Beispiel der Inklusion einmal mehr gezeigt, dass es den Kitas in Bayern an Personal und Geld fehle. Auch brauche es deutlich mehr Aus- und Fortbildungsangebote. All dies hatte die SPD-Fraktion erst kürzlich im Rahmen der Beratungen für den Zweiten Nachtragshaushalt 2018 gefordert. „Dass die Staatsregierung diese Forderungen abgelehnt und keinen einzigen zusätzlichen Cent für Kitas in den Zweiten Nachtragshaushalt eingestellt hat, ist aufgrund der bereits lange bekannten prekären Situation absolut unverantwortlich“, erklärt Scheuen-stuhl. In einem aktuellen Antrag fordert die SPD die Staatsregierung deshalb erneut auf, Kostenfreiheit und Qualitätsausbau in bayerischen Kitas endlich anzugehen. Der Antrag wird im September im zuständigen Sozialausschuss behandelt.

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