Immer weniger Bäcker und Metzger in der Region

15. November 2017

SPD-Abgeordneter Harry Scheuenstuhl: Zahl der Betriebe binnen fünf Jahren um etwa 15 Prozent geschrumpft

Im Landkreis Fürth gibt es immer weniger Metzgereien und Bäckereien. Die Zahl der Betriebe ist binnen fünf Jahren um rund 15 Prozent geschrumpft. Das hat eine parlamentarische Anfrage der SPD-Landtagsfraktion beim Wirtschaftsministerium ergeben. Seit 2011 haben insgesamt vier Bäckereien und vier Metzgereien im Landkreis für immer geschlossen. In Stadt und Landkreis Ansbach beträgt die Schrumpfungsrate rund 16 Prozent. Hier gaben insgesamt 14 Bäckereien und 16 Metzgereien ihren Betrieb auf.
Scheuenstuhl ist deshalb alarmiert: „Häufig halten die Bäcker und Metzger im Ort noch die Fahne der Nahversorgung hoch, wenn der letzte Supermarkt zugemacht hat. Wenn jetzt auch noch die Bäcker und Metzger verschwinden, bleibt gar nichts mehr und die Nahversorgung im Dorf ist tot. Diese Entwicklung ist gefährlich. Da hilft dann auch kein schnelles Internet mehr, um die Lebensqualität vor Ort aufrechtzuerhalten.“ Laut Auskunft des Ministeriums gab es alleine in 2016 mittelfrankenweit 44 Betriebseinstellungen. Demgegenüber stünden gerade einmal 28 Betriebsneugründungen, zeigt sich der Abgeordnete besorgt.
Bei Betrachtung der Ausbildungssituation ergibt sich ein ähnliches Bild: „Während 2011 noch 85 Lehrlinge eine Ausbildung als Bäcker oder Metzger im Landkreis Fürth begonnen haben, waren es im letzten Jahr nur noch 39 junge Menschen, die eine solche Ausbildung absolvieren möchten“, sagt Scheuenstuhl. Das ist ein Rückgang um etwa 50 Prozent (54,1 Prozent im Fürther Landkreis und 48,5 Prozent im Ansbacher Raum).
Der Abgeordnete aus Wilhermsdorf hierzu weiter: „Bäcker und Metzger sind wichtige Traditionsberufe. Ihre Betriebe sind unverzichtbar für die Nahversorgung. Sie sollten wir in jedem Fall schützen und erhalten.“ Scheuenstuhl und seine Partei schlagen deshalb vor, die Ausbildung zum Meister künftig kostenfrei zu machen. „Das wäre ein echter Schritt nach vorne“, so Scheuenstuhl abschließend.

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