Umweltexperte Scheuenstuhl: CSU für Zerstörung von artenreichen und klimafreundlichen Mooren

13. März 2015

„Mit dem Beginn der Gartensaison verpasste der Landtag die Chance den Torfverbrauch in Bayern zu reduzieren!“ stellte der SPD-Umweltexperte Harry Scheuenstuhl nach der Ausschusssitzung fest. In der Sitzung des Umweltausschusses des Bayerischen Landtags lehnten die CSU Abgeordneten den schrittweisen Ausstieg aus der Nutzung von Torf in staatlichen Liegenschaften und Einrichtungen, wie den zahlreichen Schlössern und den Landesanstalten für Gartenbau ab. Gleichzeitig fördert man aber mit Steuermitteln den Schutz und die Wiederherstellung von Mooren.

*Harry Scheuenstuhl, Hobbygärtner, weiß wie schwer Gartenarbeit sein kann.

Der betreffende Antrag beinhaltet eine schrittweise drastische Reduzierung der Torfnutzung, die sich ausschließlich auf staatliche Einrichtungen bezieht. Miteinbezogen werden die Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, staatliche Schlösser- und Seenverwaltungen sowie staatlich geförderte Landesgartenschauen. Die Reduzierung der Torfnutzung soll so weit gehen, dass binnen 3 Jahren der Ausstieg aus jener im staatlichen Bereich garantiert wird.

Der umweltpolitische Sprecher der SPD Landtagsfraktion Harry Scheuenstuhl bezeichnet die ablehnende CSU Haltung als verwunderlich, gar widersprüchlich, betrachtet man das Moorrenaturierungsprogramm, welches vom Bayerischen Landesamt für Umwelt koordiniert und mit dem Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz abgestimmt wird. Der Schutz und die Wiedervernässung von Moorflächen, beides Inhalte des Moorrenaturierungsprogrammes, stellen das komplette Gegenteil zur Torfnutzung dar. Beim Torfabbau werden die Moore, deren wichtigste aufbauende Substanz der Torf darstellt, zerstört. Die weltweiten Moore gelten als wertvolle Ökosysteme, besonders im Hinblick auf das dauerhaft aktuelle Thema des Klimawandels; denn sie besitzen eine hohe Speicherkapazität für CO2. Werden die Moore z.B. durch Torfabbau geschädigt, werden riesige Mengen an CO2 freigesetzt. Die Moore in der Bundesrepublik Deutschland weisen eine Gesamtfläche von 18.100km² auf, wovon 10% im Freistaat Bayern liegen und somit 4% der Landesfläche ausmachen. Rund 45 Mio. t CO2-Äquivalente treten jedes Jahr bundesweit aus entwässerten Mooren aus, in Bayern wäre mittelfristig eine Reduktion von bis zu 5 Mio. t CO2-Äquivalenten jährlich möglich, jedoch nur, wenn Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt werden und nicht das Gegenteil der Fall ist. Worauf das Moorrenaturierungsprogramm hinarbeitet, wird durch den Torfabbau wieder zu Nichte gemacht, so der Umweltexperte der SPD Harry Scheuenstuhl.

Die Gründe der CSU, sich gegen den Antrag zu lehnen, liegen besonders in der scheinbaren Problematik, den Torf im Landschafts- und Gartenbau durch geeignetes Material zu ersetzen; dabei macht die Menge an Torf in staatlichen Einrichtungen nur einen sehr geringen Anteil des Gesamtgebrauchs aus und könnte laut Bayerischem Landesverband für Gartenbau und Landespflege ohne Probleme ersetzt werden. Als Bodenverbesserungsmittel ist Torf vollständig ersetzbar, beispielsweise durch Komposte oder Rindenhumus, und auch in Blumenerden und Substraten kann durch die Verwendung dieser Ersatzstoffe und anderer Stoffe wie Kokos- oder Holzfasern eine erhebliche Senkung des Torfverbrauchs garantiert werden. Umweltschutzingenieur Harry Scheuenstuhl meint, dass der Staat hier mit gutem Beispiel voran gehen und seine Vorbildfunktion nutzen könnte. Die staatlichen Einrichtungen könnten auch die privaten Gartenbesitzer, die immerhin 2,3 Mio. m3 jedes Jahr verbrauchen, davon überzeugt auf die Nutzung von Torf zu verzichten.

  • 03.06.2016, 19:00 Uhr
    München braucht mehr Mieterschutz | mehr…
  • 16.07.2016, 11:00 – 17:00 Uhr
    Außerordentlicher Landesparteitag | mehr…
  • 16.07.2016, 17:00 Uhr
    SPD Cadolzburg Sommerfest | mehr…

Alle Termine

Die bayerische Schuldenuhr tickt ohne Pause. Zinsen für die BayernLB:

2.207.816.915 €

  • Pro Tag: 977.621,92 €
  • Pro Stunde: 40.734,25 €
  • Mehr erfahren