Besorgnis erregende Entwicklung beim Verbraucherschutz

15. April 2015

Der umweltpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Harry Scheuenstuhl fordert:

Keine Plastikfasern in Lebensmitteln wie Bier und Mineralwasser

Große Sorgen macht sich Harry Scheuenstuhl, MdL, um unsere Grundnahrungsmittel wie Mineralwasser. Immer häufiger werden Plastikfasern darin festgestellt. Da viele Mütter Mineralwasser auch zur Fertigung von Babynahrung verwenden sieht der SPD-Abgeordnete langfristige Gefahren. „Dies ist ein unhaltbarer Zustand, der geändert werden muss!“ stellt Scheuenstuhl fest und handelt. Unterstützt von seiner Fraktion stellt er folgenden Antrag im bayerischen Landtag: ...mehr

Bei vielen Festen spielt Bier eine große Rolle: z.B. Bieranstich an der Neustädter Kirchweih. Bieranstich

Der Landtag wolle beschließen:

Die Staatsregierung wird aufgefordert, über Plastikfasern in Bier und Mineralwasser im Landtag zu berichten. Dabei sollte insbesondere auf folgende Fragen eingegangen werden: 1. Hat die Staatsregierung Kenntnis von Getränken und Lebensmitteln aus Bayern, in denen Plastikfasern gefunden wurden? 2. Werden in Bayern Getränke und Lebensmittel auf Verunreinigungen durch Plastikfasern getestet? 3. Welche Testverfahren werden angewandt, um Lebensmittel, wie Mineralwasser oder Bier auf Schadstoffe zu überprüfen? 4. Welche Eintragswege von Plastikfasern in Getränke und Lebensmittel sind vorstellbar? 5. Welche Möglichkeiten gibt es, um den Eintrag von Plastikfasern zu vermeiden? 6. Ist davon auszugehen, dass auch das bayerische Trinkwasser und Fließgewässer in Bayern in größerem Umfang mit Plastikpartikeln belastet sind? 7. Wie bewertet die Staatsregierung das Gesundheitsrisiko für Verbraucherinnen und Verbraucher durch Plastikfasern in Lebensmitteln und Getränken? 8. Was unternimmt die Staatsregierung, um die Verbraucherinnen und Verbraucher gegen Plastikfasern in Lebensmitteln und Getränken zu schützen?

Begründung: Deutsche Biere sind weltweit für ihre hervorragende Qualität bekannt, was nicht zuletzt durch die strengen Auflagen der Bierverordnung in Deutschland garantiert wird. Durch Untersuchungen an der Carl-von-Ossietzky Universität in Oldenburg im Auftrag des NDR-Magazins „Markt“ wurde bekannt, dass in Mineralwassern dreier großer Discountketten, sowie verschiedenen Biermarken in Deutschland, darunter Veltins-Pils, Jever-Pils und Paulaner-Weißbier, eine hohe Konzentration von Plastikfasern pro Liter gefunden wurden. Die Staatsregierung wird deshalb aufgefordert, über mögliche Gefahren für die Verbraucher und über ihre Aktivitäten zum Thema von Plastikfasern in Getränken und Lebensmitteln Bericht zu erstatten. - Ende –

„In Bayern gilt ja das gute Bier im weiteren Sinne als Grundnahrungsmittel!“ scherzt Scheuenstuhl, aber eine Verunreinigung des beliebten Getränkes ist ein Gesundheitsrisiko und sicherlich auch ein negativer Gesichtspunkt zur Wirtschaftlichkeit.

Zu diesem Antrag wurden auch folgende eigene Recherchen durchgeführt:

Kurzfassung des Zwischenberichts zum Thema Mikroplastik in Bayern Unterscheidung zwischen : - Makroplastik (Plastiktüten, Plastikverpackungen etc.) - Mikroplastik (Plastikpartikel kleiner 5mm): o Primäres Mikroplastik (kunststoffbasierte Granulate bzw. Pellets, die in Reinigungsmitteln und kosmetischen Produkten enthalten sind) o Sekundäres Mikroplastik (Zerfall von Makroplastik)

Erste Nachweise über Mikroplastik in bayerischen Gewässern; Mikroplastikvorkommen in Chiemsee, Starnberger See, Trinkwassertalsperre Mauthaus, Isar, Donau und Altmühl bereits nachgewiesen

Forschungsvorhaben „Eintragspfade, Vorkommen und Verteilung von Mikroplastikpartikeln in bayerischen Gewässern sowie mögliche Auswirkungen auf aquatische Organismen“ ist am Laufen (Laufzeit bis Ende 2016). Untersucht werden das Vorkommen von Mikroplastik sowie dessen Auswirkungen auf Fische, Muscheln etc.

Bisher bekannte Auswirkungen von Mikroplastik in Gewässern (bisher größtenteils für die Weltmeere untersucht): - Tiere schlucken Mikroplastik, welches in der Darmgegend stecken bleibt und so eine Pseudo-Sättigung vorgibt. Die Tiere nehmen keine Nahrung mehr zu sich, was bis zum Tode führen kann Orale Aufnahme von - Mikroplastik landet nicht nur im Darm, sondern auch in anderen Organen der Tiere und wirkt sich dort negativ aus - Zusatzstoffe wie Weichmacher oder Flammschutzmittel, die im Mikroplastik enthalten sind, sind ebenfalls gefährlich, oftmals giftig

Die Mikroplastikpartikel stammen aus Reinigungsmitteln, Kosmetikprodukten und Kunststofffasern aus der Kleidung (Seit Oktober 2014 ist Zahnpasta in Deutschland mikroplastikfrei, viele Kosmetikhersteller haben den Ausstieg aus Mikroplastik ebenfalls angekündigt, bisher aber noch nicht (ausreichend) durchgeführt)

Das Mikroplastik wird durch Kläranlagen bisher nicht gefiltert und gelangt so auch in Bayerns Gewässer. Moderne Kläranlagen weisen ein 3-stufiges Reinigungssystem auf, durch die 4. Reinigungsstufe könnte Mikroplastik gefiltert werden. Diese Reinigungsstufe hat sich allerdings aufgrund der sehr hohen Betriebskosten bisher nicht durchgesetzt.

Fazit: Die Auswirkungen von Mikroplastik auf die Gesundheit der Menschen sind noch in der Diskussion, allerdings ist bereits bekannt, dass es bei Fischen negative Auswirkungen gibt.

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